Theater am Olgaeck
C h a r l o t t e n s t r a ß e   4 4 ,   S t u t t g a r t
 
Tschechische Kulturwoche
1. bis 9. Oktober 2004
Václav PokornýVernissage
Václav Pokorný
freischaffender Maler, Bildhauer und Illustrator in Süddeutschland und Prag.

Roswitha Meier, musikalische Begleitung
Vernissage - Grüße aus Brünn
Hanspeter Neuner
Fotoausstellung
Literarisches Theater
Der Schauspieler und Sprecher Michael Speer liest aus
Jaroslav Hašeks „Der Urschwejk und anderes aus dem alten Europa und dem neuen Rußland” und aus
Bohumil Hrabals „‘Allzu laute Einsamkeit’ und andere Texte”.
Dauer 2 x 35 - 40 Minuten, mit Pause, es gibt leckere tschechische Spezialitäten am Buffet.

Michael Speer
Er ist Sprecher beim SWR und gestaltet in Stuttgart seit 1991 eigene Bühnenprogramme mit dem Schwerpunkt Literatur. Dabei entstanden Solo-Programme und Ensemble-Produktionen in unterschiedlicher Besetzung. Neben seiner Arbeit als freier Bühnenkünstler arbeitete Michael Speer in den letzten Jahren als Gastspieler beim Staatstheater Stuttgart, als Sprecher bei den ARD-Rundfunk- und Fernsehanstalten und als Dozent am Mozarteum in Salzburg als auch an der Figurentheaterschule in Stuttgart. Im Jahr 2000 war er als Darstellender Künstler Stipendiat der Kunststiftung Baden-Württemberg.

Jaroslav Hašek
„Der Urschwejk und anderes aus dem alten Europa und dem neuen Rußland”

Erzählungen. Aus dem Tschechischen von Grete Reiner, dva Stuttgart 1999

„Was ist das, wie heißt das?” - „Melde gehorsamst, ich weiß es nicht.” - „Das ist ein Gewehr.” - „Melde gehorsamst, das glaube ich nicht.” Mit Antworten wie diesen bringt sich der brave Soldat Schwejk ein ums andere Mal in den Kerker und seine Vorgesetzten zur Weißglut. Dabei meint er es nicht böse, blickt gutmütig drein und antwortet nur der Wahrheit gemäß. Dienstbeflissen und naiv führt er jeden Befehl wortwörtlich aus und gibt so den ganzen Militärapparat Österreich-Ungarns der Lächerlichkeit preis.
Das Buch ist allerdings keine Neuauflage von Hašeks Schwejk-Roman, sondern eine Sammlung mehrerer Geschichten des Prager Bierstuben-Schriftstellers. Der böhmische Mustersoldat spielt lediglich in den ersten fünf Geschichten die Hauptrolle. Daran schließen sich 19 weitere Erzählungen aus Hašeks Feder an. Die frühen spielen in Böhmen vor dem Ersten Weltkrieg, die späteren im revolutionären Rußland. Die Geschichten weisen Hašek als desillusionierten Beobachter gesellschaftlicher und politischer Verhältnisse aus. Während die Erlebnisse des Prager Sonderlings Schmunzeln hervorrufen, schleicht sich beim Lesen der längeren Erzählung „Kommandant der Stadt Bugulma“ über den russischen Bürgerkrieg Unbehagen ein ob der Willkür der sowjetischen Heilsbringer. Beklemmend und voll bitterer Ironie ist die Schilderung der Rückkehr von Kriegsgefangenen der zerschlagenen Doppelmonarchie aus Rußland in „Er schüttelte den Staub von seinen Schuhen“. Die Sammlung erschien in dieser Form Mitte der zwanziger Jahre im Prager Synek Verlag auf deutsch, übersetzt von Grete Reiner. Dem vorliegenden Band gebührt der Verdienst, sie der Vergangenheit entrissen und erstmals wieder in unveränderter Form herausgebracht zu haben. ( Frank Bumann )

Bohumil Hrabal
„‘Allzu laute Einsamkeit’ und andere Texte”

Erzählungen. Aus dem Tschechischen von Peter Sacher, dva Stuttgart 2003

Was Bohumil Hrabal anbelangt, so kann man ihn - wie all die Großen - auf mannigfaltige Art lesen; in jedem Fall aber mit Gewinn fürs, nun, Leben. Er streunt vornehmlich in seinem Prag, in dessen Spelunken und Hinterhöfen mit der lässigkeit eines erfahrenen, halb gescheiterten Müßiggängers - mitunter in einer atemlosen Sprache. Als Idol gibt Hrabal die Prager Jaroslav Hašek (den Alltagspoeten mit Humor) und Franz Kafka (den Gleichnisfetischisten mit Humor) an. Sollte man nach dem Wesen seiner Poetik verlangen, so wäre man bei der Kurzgeschichte „Allzu laute Einsamkeit” gut aufgehoben. So wie die Kurzgeschichte jetzt vorliegt, ist sie die schönste Eintrittskarte zu Hrabal, die man sich wünschen kann. Die Titelgeschichte selbst gehört sicher zum Besten, was Hrabal je verfaßt hat. Sie verdichtet seine Wünsche und Ängste, sein Biographie auf knappsten Raum zur Essenz.

Marionettentheater Melusine
Gastspiel in deutscher Sprache
Tschechisches traditionelles Holzmarionetten-Theater

Zu Gast bei uns sind Rotkäppchen, Rumpelstilzchen, Hänsel und Gretel.
Miroslav Lopatka aus Brünn spielt die Märchen der Gebrüder Grimm mit traditionellen Holzmarionetten aus der tschechischen Meisterwerkstätte Antonin Malons.
Tschechische Nacht
ein romantisch-literarisch-kulinarischer Abend mit Märchenerzählern, Musikern, Marionettentheater und tschechischen Spezialitäten.

Die Musikerin Roswitha Meier begleitet mit der Flöte den Schauspieler und Geschichtenerzähler Norbert Bögle. Mit einer Mischung aus Gestik und Mimik erzeugt er Spannung, zaubert Stimmung und zieht die Zuhörer und Zuhörerinnen in das Geschehen. Er erzählt die tschechischen Legenden, Geschichten, Fabeln und Volksmärchen. Viele seiner Geschichten erzählen von klugen, schlauen, geschickten Frauen, manche Motive sind auch bei anderen Völkern zuhause.
In romantischer Atmosphäre, bei Kerzenlicht beflügeln die alten Geschichten die Phantasie, erinnern an die Vergangenheit, stärken für die Zukunft.
In der Pause kleine Kostproben der tschechischen Küche: Knödel, Putschalka, Kanapees.
Der Auftritt des Marionettenspielers Miroslav Lopatka rundet den Abend.

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