Theater am Olgaeck
Wir über uns
 12 Jahre Theater am Olgaeck!

„Theater muß sein!” – Anton Tschechow

Am 1. Oktober 2004 betraten die ersten Zuschauer die frisch umgebauten Räumlichkeiten des Theaters zur Eröffnung des tschechischen Festivals. Das Jubiläum der Städtepartnerschaft zwischen Stuttgart und Brünn wurde zusammen mit der Gründung des neuen Theaters gefeiert. Kunst und Theater aus Brünn, tschechische Märchen und Musik zogen sofort ein interessiertes Publikum. Diese erste Veranstaltung wurde zum Programm des Theaters: Austausch und Dialog mit Osteuropa, Uraufführungen, Gastspiele, Kooperationen. Es wird eine umfangreiche multikulturelle Arbeit mit ausländischen Vereinen, Migranten, Künstlern, russischen Aussiedlern. Regelmäßige Veranstaltungen in polnischer Sprache, spanische Flamenco-Abende, eigene russische Theatergruppe spiegeln die europäischen Veränderungen. Literarischer Salon und Kindertheater runden das breite kulturelle Angebot, das von der Stadt institutionell mit keinem müden Pfenning unterstützt wird, nicht die Miete, Toilettenpapier oder die Putzfrau…
Trotzdem sind wir hochprofessionell, erfolgreich, dynamisch, international.
Die kontinuierlich steigenden Publikumszahlen, 80% Auslastung bestätigen die Liebe und Anerkennung beim Stuttgarter Publikum. Denn auf unserer kleiner Bühne wird ein großes Theater gemacht – von Klassik bis in die Moderne.
Deshalb mein großer herzlicher Dank an unser hochverehrtes, liebes und treues Publikum, an unsere Freunde und Partner, an Schauspieler, Dramaturgen und Regisseure, die bei und aus Liebe und Begeisterung arbeiten und nicht hinter dem großem Geld her sind.
Denn bei uns ist immer was los! Mit der Uraufführung von „Der brave Soldat Schweijk” begrüßten wir das 20-Jährige Jubiläum der Städtepartberschaft Stuttgart – Brünn. Wenn ein naiver, bauernschlauer Mensch aus seiner Sicht über die Irrseiten der Gesellschaft und der Kriegsmaschinerie berichtet, ist das Lachen gar nicht so lustig. Besonders wenn man sieht wie schnell ein kleiner Funke einen globalen Krieg auslöst.
„Emigranten” – von Slawomir Mrozek ist heute genauso aktuell wie vor 40 Jahren, in Deutschland, wie überall in der Welt. In der Zeit der Globalisierung sind immer Menschen europa- und weltweit auf der Suche nach einem besseren Leben, nach Glück, nach eigener Identität. Auf kleinster Fläche in einem Campingwagen gespielt, bietet diese Inszenierung ein ganz besonderes Theatererlebnis.
Die grandiose Marquise de Merteuil treibt ihr Spiel um Liebe und Tod mit dem Vicomte de Valmont in „Gefährliche Liebschaften”. Sogar drei Tote und eine Leiche gibt’s in dem weltbekannten Krimi „Die Mausefalle“ im Dezember. Und traditionell schließen wir das Jahr mit Champagner zum „Dinner for One“ am 31. Dezember. Nach vier ausverkauften Vorstellungen im letzten Jahr empfehle ich eine zeitige Reservierung.

Alle sind herzlichst zum Feiern eingeladen!
Eure Nelly Eichhorn

 

Ein neues Theater in Stuttgart!

Im Herbst 2004 von Nelly Eichhorn gegründet, hat sich das Theater dem kulturellen Austausch und Dialog mit Osteuropa verpflichtet. Durch ambitionierte Aufführungen osteuropäischer Theaterstücke sowie durch Lesungen, Ausstellungen und Liederabende hat sich das Theater weit über die Grenzen Stuttgarts hinaus einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Das abwechslungsreiche Programm bietet Klassiches und Zeitgenössisches, Unterhaltsames und Anspruchsvolles für Jung und Alt – aber stets ein gutes Stück Theater.
Als eine der jüngsten Bühnen Stuttgarts hat sich das Theater am Olgaeck zu einer kulturpolitischen Plattform für Kontakte und Beziehungen zu osteuropäischen Ländern entwickelt. Das Theaterprogramm spiegelt die Entwicklungen und die Veränderungen im neuen Europa.
In kurzer Zeit wurde ein Netzwerk mit Künstlern und politischen Institutionen in Osteuropa geknüpft. Kontakte mit internationalen Partnern werden gepflegt und vertieft. Theater aus Rußland, Polen, Rumänien und anderen osteuropäischen Ländern bringen internationale Farbe in das Stuttgarter Kulturleben mit ihren Gastauftritten ein. Jährliche Kulturfestivals, Autorenlesungen, Buchpräsentationen, musikalische Abende ergänzen das vielfältige Programmangebot.
Wir arbeiten eng mit den Theatern und anderen Kulturinstitutionen der Stuttgarter Partnerstädte zusammen.
Das Theater am Olgaeck hat sich zum Ziel gesetzt, die europäische Einheit auch in der Theaterarbeit zu betonen, gemeinsame kulturelle Aktivitäten zu entwickeln, die über Sprachgrenzen hinweg die Kunstform Theater als eine Verbindung von Poesie und der Gemeinsamkeit nationaler Identitäten verstehen. Wir unterstützen eigene nationale und internationale Produktionen und Koproduktionen, organisieren und mitgestalten internationale Kultur-Festivals, Übersetzungen und Austauschprojekte, Workshops für junge Leute und Senioren.


 
Ein Ort mit viel Geschichte
(Herbst 2004)

Die Olga-, Katharinen-, Wera- und Alexanderstraße tragen die Namen russischer Zaren und Prinzessinnen, die von großer Bedeutung für die württembergische Geschichte sind. Alexander I Man denke an die großartigen Persönlichkeiten der russischen Literatur, Malerei, Musik, Wirtschaft oder Politik - Namen wie Puschkin, Dostojewski, Pasternak, Tschaikowsky, Tschechow, oder Romanows sind mit Deutschland verbunden. Genauso wie Goethe und Schiller haben sie ihren Platz in Rußlands Kulturgeschichte. Schiller dessen russischer Freund Nikolaj Scheremetjew aus gemeinsamen Studienzeiten auf der „Hohen Carlsschule” der Militärakademie des württembergischen Herzogs Carl Eugen die Bewunderung für die Sturm-und Dranggedichte Friedrich Schillers in seine russische Heimat trug.
Zar Alexander I gab den hungernden Handwerkern und Bauern aus Württemberg Landbesitz in Rußland, gewährte ihnen Steuererleichterungen sowie Religionsfreiheit in ihrer neuen Heimat Rußland. Damit hatte er aber auch gut ausgebildete und ihm treu ergebene Untertanen für seine noch unsicheren Grenzgebiete im Kaukasus oder an der Wolga gewonnen.
Deutsche Gelehrte und Forscher lehrten an der Petersburger Akademie der Wissenschaften oder unternahmen Sibirien-Expeditionen mit einmaligen Forschungsergebnissen.

Katharina Die russischen Zarentöchter beeinflußten den Lauf der württembergischen Geschichte als württembergische Königinnen. Katarina Pawlowna wurde in Zarskoje Selo als Kind des Zaren Paul I geboren. Sie heiratete den württembergischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm und wurde 1816 zur Königin von Württemberg gekrönt. Sie gründete Württembergs erste Sparkasse und Stuttgarts erstes Mädchengymnasium, das heutige Katharinenstift, die landwirtschaftliche Hochschule in Hohenheim sowie das Katharinenhospital.

Olga Nikolajewna Olga Nikolajewna wurde 1846 mit Prinz Karl Friedrich vermählt und war ab 1864 Königin von Württemberg. Auch sie ist durch ihre sozialen und bildungspolitischen Taten bis heute präsent. Kinderheime, Schulen, Krankenhäuser und Straßen in Stuttgart wurden nach ihr benannt: das Olgastift, das Olga-Krankenhaus, das Kinderkrankenhaus „Olgäle”, das Olgaheim zur Pflege alter Menschen, sowie Olgaeck und Olgastraße.
Die schöne, geistreiche, ehrgeizige Königin von Württemberg studierte Geschichte und Politik Württembergs und auch die literarischen Werke Ludwig Uhlands, Wilhelm Hauffs und Gustav Schwabs. Man nannte sie die „Gelehrten des Landes”.

Im Jahr 1863 holte Olga ihre neunjährige Nichte, die Großfürstin Vera Konstantinowna. Sie heiratete später Herzog Eugen von Württemberg. Der Großherzogin Wera ist der Bau der russisch orthodoxen Kirche zum „Heiligen Nikolaus” zu verdanken.

 

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