Theater am Olgaeck
 
Geschlossene Gesellschaft
Autor:Jean-Paul Sartre
Schauspiel:Katrin Röhlig
Rosa Ma Paz
Thomas Harke
Marcus Helm
Regie:Marcus Helm
Regieassistenz:Natascha Babic
Dauer: 1 Stunde 50 Minuten mit Pause
“Also das ist die Hölle. Ich hätte es nie geglaubt… Wißt ihr noch: Schwefel, Scheiterhaufen, Rost… Was für Albernheiten. Ein Rost ist gar nicht nötig, die Hölle, das sind die andern.”

Garcin, Inès und Estelle, die sich zuvor nicht kannten, werden für immer in einem Raum zusammen sein, der dauernd erleuchtet ist und in dem an Schlaf nicht zu denken ist. Nur ein Kellner ist eine Verbindung nach draußen. Diese Hölle braucht keine Folterwerkzeuge – die Menschen sind einander selbst Qual genug. Der Widerspruch zwischen ihrem Verlangen, etwas zu sein und ihrem tatsächlichen Verhalten, zwingt Estelle, Inès und Garcin in immer wiederkehrende Demütigungen und Abhängigkeiten, lässt sie immer neue Beziehungsgeflechte durchspielen, bis alle Masken gefallen und alle Lebenslügen offenbar sind.

“Geschlossene Gesellschaft” ist mittlerweile ein moderner Klassiker und vielleicht Sartres klarster Ausdruck seiner Lehren des Existentialismus und Subjektivismus. Die Faszination, die von diesem Stück ausgeht, gründet nicht zuletzt in der dramatischen Perfektion seiner Gehirn- und Seelenfolter und in der eindringlichen Gestaltung der Figuren und Dialoge. In unserer Zeit in der das Individuum und seine durch Medienpräsenz und Selbstvermarktung bestimmte Rolle in der Gesellschaft mehr und mehr in den Vordergrund tritt, kann es seine Aktualität beweisen.

Jean-Paul Sartre wird 1905 in Paris geboren. Er studiert Philosophie an der “École Normale Supérieure” und arbeitet nach seinem Militärdienst als Lehrer. Nach 1945 lebt er als freier Autor in Paris. 1964 erhält er den Nobelpreis für Literatur, den er allerdings nicht annimmt. Er stirbt 1980 in seiner Heimatstadt Paris.

 

 
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