Theater am Olgaeck

Antigone in New York

von Janusz Głowacki
Regie: Nelly Eichhorn
Schauspiel: Esther Maaß,
Giovanni Gagliano,
Maximilian Rösler,
Hans-Peter Wilbert

Dauer: 2 Stunden mit Pause

Die Puertoricanerin Anita, der Russe Sascha und der Pole Floh sind obdachlose Emigranten, die im Park ihr Dasein fristen. Ihr Leben ist vom alltäglichen Kampf ums Überleben, den Gesetzen des Stadtdschungels geprägt. Ein Dorn im Auge der Polizei und Stadtmächtigen, ein Kratzer auf dem Bild, behaupten sie trotz ihres sozialen Niedergangs ihre menschliche Würde. Um ihrem deutschen Kumpel Paul nach dem Tod einen Rest an Würde zu lassen, stehlen sie seinen Leichnam aus dem namenlosen Sammelsurium für Obdachlose und begraben ihn heimlich im Park.
Das Stück bezieht sich auf die griechische Mythologie und die Tragödie „Antigone” von Sophokles. Antigone war selbst eine Ausgestoßene, die – entgegen dem Befehl des Kreon – aus innerlicher und religiöser Überzeugung ihren Bruder Polyneikes bestattet.
Janusz Głowacki überträgt die Grundaussage der Antigone in die Gegenwart, zeichnet die Personen in extremer Situation am Rande der Geselschaft, beleuchtet die Problematik der Emigration und der Würde des Menschen. Die Hoffnung auf besseres Leben bleibt nur ein Traum, die Realität zwingt sie in Niedergang und Enttäuschung. Die Emigranten – eine Spiegelung der Gesellschaft, denn sie Leben zwischen zwei Welten und entweder können sie in der neuen Heimat Fuß fassen oder fallen sie tief. Hohe Mieten, Arbeitslosigkeit oder Überforderung durch die moderne Gesellschaft werfen sie in die Obdachlosigkeit.
Ob in New York, Paris oder Stuttgart, geht man heute durch einen Park, sieht man Anita, Sascha und Floh auf einer Bank sitzen.


 

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Antigone in New York - 1536 x 2048
Antigone in New York - 1536 x 2048
Antigone in New York - 2048 x 1536