Theater am Olgaeck
Uraufführung

Der Spieler

nach dem Buch von Fjodor Dostojewski
Dramaturgie und Regie: Vladislav Grakovskiy





Schauspiel:Carolin Sophie Göbel
Maximilian Rösler
Hans-Peter Wilbert
1½ Stunden mit Pause

Liebe, Sucht und Leidenschaft

„Morgen, morgen nimmt alles ein Ende”, sagt Alexeij, der sich aus ungebremster Leidenschaft zu Polina, einer finanziell angeschlagenen Frau an den Roulettetisch setzt, sehr viel Geld gewinnt und schließlich alles verliert: seine große Liebe, seine bourgeoisen Lebensumstände, seine Träume, seine Selbstbestimmtheit.
Morgen, morgen nimmt alles ein Ende, hofft Alexeij, und wird hin- und hergeworfen zwischen Lust und Sucht, spielt er die höchsten Einsätze in der Liebe und beim Roulette.
Gerade noch war das Leben ein großes, verheißungsvolles Versprechen, und nur wenige Monate später ist aus dem jungen und hoffnungsfrohen Alexeij ein Spieler geworden, abhängig von den unkontrollierbaren Gesetzmäßigkeiten des Rouletts, einsam und rettungslos verloren in den unendlichen Weiten möglicher Zahlenkombinationen zwischen 36 und Zero.
Abend für Abend treibt es ihn nach „Roulettenburg” in das Casino, an den Spieltisch, in der Hoffnung auf das große Glück. Er wird hineingezogen in diese Scheinwelt des Augenblicks, bis sein Leben selbst zum Rausch eines Roulettespiels wird, bis er die Kontrolle verliert, bis er alles zu verspielen droht: seine Geliebte, seine Existenz und sich selbst.
Es ist allein jener kurze Augenblick geblieben, in dem die Kugel, vom Croupier geworfen, in der Gegenrichtung kreist, um endlich in ein Zahlenkästchen zu fallen.
Die zerstörerische Leidenschaft zum Spiel und die Qual einer komplizierten Liebesbeziehung sind die Leitmotive in diesem Kammerspiel nach dem nur in 26 Tagen entstandenen berühmten Roman.
Fjodor Dostojewski (1821 – 1881) diktierte seiner Stenotypistin Anna Snitkina. Und er wusste, wovon er erzählte. Im Casino hatte er zuvor sein ganzes Geld verspielt und war selbst der Spielsucht verfallen. Seine Lebensgefährtin Polina Suslova trennte sich von ihm, weil sie seine Spielsucht nicht mehr ertragen konnte. Sie schrieb: „Jetzt warte ich jeden Augenblick, dass er kommt und sagt, er habe alles verspielt. Dann werden wieder Kleider und Paletot verpfändet. Ach wie mir das alles zuwider ist.”


 

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