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Theater am Olgaeck

Die Präsidentinnen
Schauspiel von Werner Schwab

Regie: Nelly Eichhorn
Schauspiel: Ronja Wiefel
Marnie Berger
Anne-Kathrin Lipps

Erna, Grete und Mariedl – drei Frauen, vom Leben enttäuscht, vom Glück vergessen. Das sind Werner Schwabs „Präsidentinnen”. Sein Drama zählt zu den aufregendsten, skurrilsten und komischsten Theatertexten der Gegenwart. Die drei träumen, schwadronieren, phantasieren, krakeelen sich aus ihrem Alltagsmief heraus, befreien sich von ihrem Weltekel und schwingen sich auf zu Herrscherinnen des Universums. Und bleiben doch auf ihren verdrängten Abgründen sitzen.

Erna, Grete und Mariedl sind Freundinnen: Erna hat sich der Religion und der Sparsamkeit verschrieben, gießt ihren Kaffee mit Klopapier auf und träumt von einer Liaison mit dem örtlichen Fleischer Wottila. Grete, von ihrem Mann für eine 18-Jährige verlassen, hat sich ihren Dackel Lydi zur neuen Lebenspartnerin erkoren, und fantasiert sich heimlich eine Zukunft als Gutsherrin mit dem feschen Freddy herbei. Mariedl ist Klofrau von Beruf und aus Berufung. Sie prophezeit den beiden anderen eine dunkle Zukunft, was natürlich nicht unwidersprochen hingenommen wird. Erna und Grete hegen Rachegedanken…

Erna, Grete und Mariedl sind Präsidentinnen: „Das sind Leute, die glauben, alles zu wissen, über alle zu bestimmen. Eine Form von Größenwahn”, schrieb der Grazer Dramatiker Werner Schwab (1958 – 1994) im Vorwort zu seinem Stück.

Dauer: 90 Minuten mit Pause
Karten: € 15,- / ermäßigt 12,-

 

…sprachgewaltig und obszön.

Wenn Mariedl mit ihrem naiven Kinderblick davon erzählt, wie sie die Menschen glücklich macht, Greta mit feuchten Augen ihre ganze Liebe auf die Hündin Lydia wirft und Erna mit zitternden Lippen vom frommen Metzger Wottila und seinem Leberkäse schwärmt, kann das Publikum bald schon nicht mehr anders – es muss lachen.

Im Zentrum:
Die Sprache – und drei wunderbare Präsidentinnen

Thomas Morawitzky
Stuttgarter Nachrichten
18. Mai 2015