Theater am Olgaeck

Türkische Teestube

Türkische Märchenerzählerin: Suna Erdoğan
Saz-Spieler: Cihan Kocabaş

Die türkische Teekultur
Andere Länder, andere (Tee-)Sitten, und dieses trifft auch auf die türkische Teekultur zu, denn hier ist Tee längst nicht gleich Tee, sondern ein Ritual, eine Zeremonie, etwas sehr Wertvolles. Mit gutem Beispiel voran: Die Türken wissen die Gaben der Natur zu schätzen und zu würdigen.
Man sagt, dass der Tee seinen Weg über die Seidenstraße über die Händler in die Türkei gekommen ist. Dies dürfte auch erklären, wieso der Tee im Türkischen „ay” – ausgesprochen tschai – heißt. Der Begriff ähnelt dem Chinesischen „Cha”.
Der Tee hat sich in den Tagesablauf der Bevölkerung der Türkei integriert und wäre nicht mehr wegzudenken, denn der Genuss des Tees stellt ein wichtiges Ritual dar zu dem auch die Zubereitung im Semaver gehört.
Dieser große Behälter wird mit Wasser gefüllt und entweder elektrisch, oder aber über einen mit Kohle gefüllten Innenschacht erhitzt wird. Nicht von der Hand zu weisen dürfte dieses Ritual zudem einen signifikanten Faktor hinsichtlich sozialer Kontakte sein.

Die Zubereitung des Tees
Der Tee wird in einen so genannten Semaver oder Samowar zubereitet. Hierbei handelt es sich um einen großen Behälter, welchen es in den unterschiedlichsten Ausführungen gibt und teilweise sogar echte Prunkstücke hergestellt und verwendet werden. In den Semaver wird Wasser gefüllt. Sein Bedürfnis, erhitzt zu werden, erfolgt entweder auf elektrischem Wege oder über einen Innenschacht, welcher mit Kohle gefüllt wird, befriedigt. An dem Samowar befindet sich ein kleiner Hahn, ähnlich wie bei einem Bierfass, allerdings kleiner und filigraner, welcher zum Ausgießen dient.

Auf besondere Art und Weise wird der Tee getrunken
Besuchern, welche entweder in einem typisch türkischen Haushalt oder auch einem so genannten Teehaus, welche häufig in der Türkei anzutreffen sind, bietet man grundsätzlich entweder vor oder nach der Mahlzeit ein Glas Tee an. Die türkische Teekultur verwendet zum Teetrinken überwiegend spezielle Gläser und keine Tassen.
Hier trinkt man ausschließlich schwarzen Tee zu jeder Mahlzeit sowie Tageszeit. Sogar zum Frühstück nehmen Türken anstelle von Kaffee eher Tee zu sich, obwohl bei Tee bekanntermaßen der Koffeingehalt weitaus geringer ist.
Es gibt zwei bevorzugte Sorten von Aufguss, zwischen welchen man wählen kann, und zwar zwischen dem helleren und schwächeren „acik Cay” sowie dem weitaus stärkeren „koyu Cay”. Das Teeglas wird sehr stark erhitzt und aufgrund dessen dient der obere Rand zum verletzungsfreien Anfassen.
Charakteristisch ist die rote sowie auch mahagonibraune Färbung des türkischen Tees. Dem Ritual, der Zeremonie entsprechend, werden entweder zwei Teelöffel Zucker oder zwei Zuckerwürfel in die typischen klein ausgefallenen Teegläser gegeben, und dieses ist wiederum ausreichend für fünf weitere Aufgüsse. Unglaublich, aber wahr: in den in der Türkei östlich gelegenen Landstrichen genügt ein einziger Zucker­würfel, um hiermit dreißig Gläser des Getränks zu sich zu nehmen. Der Zucker­würfel wird hierbei jedoch nicht dem Tee direkt beigefügt, sondern findet seinen Platz unter der Zunge während des Teetrinkens. Diese Art wird als „Kitlama Cay” bezeichnet.

Dauer ca. 2 Stunden
Karten: € 5,- (bereits ermäßigt)
Vorstellung: 22.5.