Theater am Olgaeck


Afrika Film Festival
Mi. 16. Oktober 20:00
WHEN ARABS DANCED
Dokumentation, Marokko/Frankreich/Ägypten/Iran/Belgien 2018, 85 min.



Jawad Rhalib stellt verdrängte Facetten der arabischen und iranischen Kultur vor: die Liebe zum Tanz und zur Musik, aber auch zu Literatur, Philosophie und Wissenschaft. Von Rassisten, Fundamentalisten und den Medien bewusst ignoriert, waren diese Aspekte immer Bestandteil der arabischen Identität.
Eine oft humorvolle Montage aus Archivmaterial, Musik und Texten verknüpft verschiedenste Bilder: Filmaufnahmen aus dem arabischen und iranischen Alltagsleben vergangener Jahrzehnte, spöttische Reden eines amüsierten Präsidenten Nasser an die Muslimbrüder, als diese allen Ägypterinnen den Hijab aufzwingen wollen, Streitgespräche bei den Proben zu einer Bühnenadaption von Michel Houellebecqs Skandalbuch „Unterwerfung“ sowie Interviews zur Geschlechteridentität in orientalischen Gesellschaften. Rhalib untersucht, wie der extreme Islamismus Freiheit, Kreativität und die fortschrittlichen Werte dieser Gesellschaften erdrückt hat.



 
Afrika Film Festival
Mi. 23. Oktober 20:00
HAKKUNDE
Regie: Amuwa Oluseyi Asurf
Spielfilm, Nigeria, 99min., OmdU




Akande ist auf Jobsuche, seinen Abschluss hat er schon lange in der Tasche. In der nigerianischen Hauptstadt Lagos ist das jedoch leichter gesagt als getan und Akande kämpft darum, eine ehrliche Anstellung zu finden. Er hängt sich sogar ein Plakat mit Jobgesuch-Aufruf um den Hals und läuft damit durch Lagos – alles vergeblich. Diskriminierung, Drogenmissbrauch, Unsicherheiten und Traditionen stellen sich ihm in den Weg. Dass er bei seiner unzufriedenen Schwester Yewande lebt, die ihn täglich kritisiert, macht die Situation auch nicht besser. Doch eines Tages wendet sich das Blatt. Akande trifft auf Ibrahim und es eröffnen sich neue Möglichkeiten in Kaduna, fernab von Lagos, im Norden Nigerias. Akande muss sich entscheiden: Soll er in Lagos bleiben und ein klägliches Dasein fristen oder die Stadt verlassen mit der großen Hoffnung auf ein freies, selbstbestimmtes Leben? Abseits vom klassischen Nollywood-Kino erzählt HAKKUNDE die Geschichte vieler nigerianischer Absolventen auf der Suche nach einer Hoffnung auf Selbstverwirklichung. Der Film ist Nigerias erster durch eine öffentliche Crowdfunding-Kampagne geförderte Spielfilm.



 
Afrika Film Festival
Mi. 6. November 20:00
DUGA
Spielfilm, Burkina Faso 2018, 105 min.



Boromo, Burkina Faso. Als Rasmané erfährt, dass sein Freund Pierre verstorben ist, macht er sich auf den Weg zu dessen Haus. Dort trifft er Pierres Frau und kleine Tochter an und beschließt ihnen dabei zu helfen, Pierres Leichnam in seinem Heimatdorf zu beerdigen. Allerdings hat Rasmané die Rechnung ohne die traditionellen Dorfältesten gemacht, die strikt dagegen sind, dem ungläubigen Toten im Dorf die letzte Ehre zu erweisen. Für Rasmané beginnt eine Odyssee. In der Hoffnung den Leichnam dort unter die Erde zu bekommen, schafft er ihn zurück nach Boromo, wo ihm das Begräbnis jedoch erneut verwehrt wird. Weder Kirche noch Moschee sind bereit den Leichnam eines Mannes zu bestatten, der kein Taufbuch besitzt, keinen muslimischen Vornamen trägt und der entsprechenden Religionsgemeinschaft zu Lebzeiten keinen Beitrag geleistet hat. Beim FESPACO 2019 wurde die sozialkritische Satire DUGA mit zwei Preisen ausgezeichnet.



 
Afrika Film Festival
Mi. 20. November 20:00
KHARTOUM OFFSIDE
OUFSAIYED ELKHORTOUM

Dokumentation, Sudan/Norwegen/Dänemark 2019, 75 min.

Regie: Marwa Zein



Sara hat einen bemerkenswerten Unternehmergeist. Und die Gruppe junger Frauen, zu der sie gehört, ist auf Geschäftsideen angewiesen, wenn sie ihren Traum verwirklichen wollen: ein sudanesisches Team für die Frauenfußball-Weltmeisterschaft aufzubauen. Abgesehen von knappen Finanzen gibt es jedoch viele andere Hürden zu nehmen. Oufsaiyed Elkhortoumerkundet ein feministisches Universum am Stadtrand der sudanesischen Hauptstadt, in dem Witze so elegant gerissen wie Bälle ins Tor gekickt werden. Die jungen Frauen – mit Schleier oder ohne, spielen Fußball, nehmen ihre Mobiltelefone mit ins Bett und haben sich city-smart und mit umwerfender Energie als sportliches Team zu einer Überlebensgemeinschaft formiert. In großer Vertrautheit mit den Akteurinnen erzählt Oufsaiyed Elkhortoumvon ihrem Alltag in einer Stadt voller Widersprüche und davon, wie Familientraditionen, Politik und Religion sich anmaßen, ihre Lebensentwürfe zu bestimmen. Das Debüt von Marwa Zein ist ein kinematografischer Beweis für die Kraft von Freundschaften unter Frauen und zugleich die gezielte Intervention einer sudanesischen Filmemacherin wider die stereotype Wahrnehmung ihres Landes.



 
Afrika Film Festival
Mi. 27. November 20:00
FATWA
Spielfilm, Tunesien 2018, 102 min.



Tunis, 2013. Nachdem sein Sohnes Marouane bei einem Motorradunfall ums Leben kam, kehrt der in Frankreich lebende Brahim zum ersten Mal seit Jahren nach Tunesien zurück. Neben der Trauer um seinen Sohn, schockieren den liberalen Brahim auch die Folgen der Jasminrevolution und die Veränderungen in seinem Heimatland. Zwar konnte die Diktatur von Präsident Zine El Abidine Ben Ali beendet und eine parlamentarische Demokratie eingeführt werden. Jedoch erheben jetzt auch Salafisten und Menschen mit extrem islamistischen Glauben als Konsequenz der neuen Redefreiheit das Wort. Brahim erfährt nicht nur, dass gegen seine Ex-Frau, die liberale Autorin Loubna, aufgrund ihres jüngsten Buchs eine FATWA erklärt wurde. Sein Sohn Marouane war in einer radikal-islamistischen Gruppe aktiv. Um herauszufinden, warum Marouane radikalisiert wurde und zu Tode kam, führt Brahim seine eigenen Nachforschungen durch.




 


 
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