Theater am Olgaeck
 
Worte und Tasten
Ein entschleunigtes Gedanken-Spiel über das Weibliche
mit Mareike Tiede und Jan Röck
1 Stunde, keine Pause
Ein Programm mit Gedichten und Prosatexten über “das Weibliche” – wer dies in erster Linie mit lila Batiktüchern, Früchtetee und feministischem Selbsterfahrungsworkshop in Verbindung bringt, liegt weit daneben. Natürlich: Mareike Tiede und Jan Röck nehmen ihr Publikum mit auf die Reise in die Gefühls- und Gedankenwelten von Frauen. Und die meisten der vorgetragenen Werke stammen selbstverständlich von Frauen. Doch das Gedanken-Spiel der beiden Künstler entstand aus einem intensiven Ringen des weiblichen und des männlichen Parts des Duos. Dabei ging es um verbale und musikalische Interpretationsvarianten der vorgetragenen Texte, um mögliche Hinzufügungen und Auslassungen und um die Frage, inwieweit die zur Auswahl stehenden Werke tatsächlich für die weibliche Welt-Anschauung stehen.
Das Ergebnis ist ein wohltuend entschleunigtes Programm. Sprache und Musik, Ratio und Emotion, Ver-Dichtung und musikalische Ausdeutung – mit diesen Begriffen lässt sich der Abend umschreiben. Eine kurzweilige Interpretation der weiblichen und der männlichen Sicht auf die Welt und um die Schnittmengen, die sich trotz des “kleinen Unterschieds” – und manchmal auch überraschend – immer wieder neu finden. “Worte und Tasten” ist ein Gegengewicht zu platter Comedy und mentalem Unterhaltungs-Zapping. Denn Mareike Tiede und Jan Röck ist eine ungewöhnliche Symbiose von gesprochenem Wort und improvisierter Musik gelungen.

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