Theater am Olgaeck
C h a r l o t t e n s t r a ß e   4 4 ,  S t u t t g a r t

Nikolaj Gogol
Petersburger Novellen

Lesungen mit Rudolf Guckelsberger

 
Rudolf Guckelsberger Nikolaj Gogol (1809 - 1852) gehört zu den bedeutendsten russischen Schriftstellern des 19. Jahrhunderts. Vladimir Nabokov nannte ihn ”den wunderlichsten Prosapoeten, den Rußland je hervorbrachte“. Seine oft irrwitzig-grotesken bis absurden Erzählungen haben die großen Romanschriftsteller des russischen Realismus beeinflußt (Dostojewski, Tolstoi, Turgenjew), sind aber ihrerseits maßgeblich geprägt von Motiven der deutschen Romantik, insbesondere von den Satiren und dämonischen Phantasien E.T.A. Hoffmanns. Die ”Petersburger Novellen“ entführen uns in eine faszinierend-verwirrende Welt, in der Sein und Schein, Wahn und Wirklichkeit eine unauflösliche Einheit bilden.

Rudolf Guckelsberger, der bekannte Rezitator und Sprecher des SWR, ist ein ”Vorleser“ im besten Sinne des Wortes und überdies ein ausgewiesener Kenner der russischen Literatur. Seine Lesungen sind stets ein unvergleichlicher Hörgenußs! Mit dieser kleinen, aber exquisiten Lesereihe der schönsten Novellen Gogols eröffnet er in unserem Theater eine ganze Folge von außergewöhnlichen Inszenierungen russischer Erzählkunst. Lassen Sie sich den Auftakt nicht entgehen!

 
Dienstag, 11. Oktober, 20 Uhr: Der Newski-Prospekt (1835)

Die große, schillernde Prachtstraße Petersburgs ist der Schauplatz einer komischen Farce, in der Gogol die Absurditäten des Großstadtlebens beschreibt. Welcher Glanz, welche Lustbarkeiten, welch prachtvolle Menschen! Aber in Wahrheit ist alles Lug und Trug und Teufelswerk! Und mittendrin in dieser aberwitzigen, zutiefst russischen Phantasmagorie taucht der Schwabe Schiller auf, der sich partout von seinem Freund Hoffmann die Nase abschneiden lassen will!

Dienstag, 8. November, 20 Uhr: Die Nase (1836)

Unter den Petersburger Novellen nimmt ”Die Nase“ einen besonderen Platz ein. Die romantische Phantastik erscheint hier auf die Spitze getrieben: Eines Morgens findet der Barbier Iwan Jakowlewitsch in seinem Frühstücksbrot die Nase eines seiner Kunden, des eitlen Assessors Kowaljow! Ja, die Nase zeigt sich tags darauf als Ehrfurcht gebietender Staatsrat! - Eine abnorme Geschichte, die in ihrer kühl betrachtenden Erzählweise Kafkas ”Verwandlung“ schon vorwegzunehmen scheint.

Dienstag, 13. Dezember, 20 Uhr: Der Mantel (1842)

”Wir kommen alle von Gogols Mantel her“, soll Dostojewski einmal gesagt haben und meinte damit, daß diese eine Novelle der Ausgangspunkt für die gesamte weitere russische Erzählliteratur war! Die spöttisch und zugleich mitleidig-teilnahmsvoll erzählte Geschichte des kleinen Petersburger Büroschreibers Akaki entpuppt sich als eine wunderbare Groteske, bei der man nie weiß, ob man lachen oder weinen soll.


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