Ferdinand Rother Theater am Olgaeck
 
Tschechisches Festival
 
Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk
von Jaroslav Hašek
mit Ferdinand Rother
und Marcus Helm
am Klavier: Oliver Prechtl
Dauer 90 Minuten mit Pause
Durch amtsärztliches Attest als blöde ausgewiesen, wird Schwejk im Ersten Weltkrieg dem Oberleutnant Lukasch als Bursche zugeteilt. Sein Pflichtbewußtsein und sein Befehlsgehorsam übertreffen alle Erwartungen. Schwejk erfüllt seine Aufträge über Gebühr und führt damit ihre Sinnhaftigkeit auf eine unwiderlegbare Weise ad absurdum.

»Es ist der kleine Mann, der in das riesige Getriebe des Weltkriegs kommt, wie man eben da so reinrutscht, schuldlos, ahnungslos, unverhofft, ohne eigenes Zutun. Da steht er nun, und die anderen schießen. Und nun tritt dieses Stückchen Malheur den großen Mächten der Erde gegenüber und sagt augenzwinkernd leise, schlecht rasiert die Wahrheit.«
Kurt Tucholsky, Herr Schwejk

Jaroslav Hašek (1883-1923), der Schöpfer des braven Soldaten Schwejk, war wie sein weltberühmter Held ein Prager Original. Er durchwanderte von 1903 bis 1907 ganz Mitteleuropa. Wie Schwejk handelte er eine Zeitlang mit Hunden und war Soldat der k.u.k.Armee. 1915, an der Ostfront, desertierte er und wurde des Hochverrats angeklagt. Er war Kommissar in der Roten Armee. Viermal glaubte man, er sei tot. Er gründete die »Partei des gemäßigten Fortschritts in den Grenzen des gesetzmäßig Erlaubten« und hielt über tausend Wählerversammlungen ab. Und er war dafür bekannt, daß er gern redete und sehr viel trank. Sein braver Soldat Schwejk wurde zum Sinnbild des Widerstandes gegen jegliche Obrigkeit.

 

 
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