Nacht
Nacht
Nacht
Nacht
Nacht

 
Theater am Olgaeck
 
Nacht
 
Autor:Andrzej Stasiuk
Regie:
 
Vlad Grakovskiy
Schauspieler: Bianca-Sarah Kreiß
 Valérie Lillibeth
 Roland Blessing
 Alexander Friedmann
 
 
Ferdinand Rother
2 Stunden, mit Pause
Noc –  eine slawo-germanische medizinische Tragikfarce
 
“Der Osten braucht Sachen, der Westen braucht Blut”. Den polnischen Dieb hat ein deutscher Juwelier auf frischer Tat ertappt und zur Strecke gebracht. Jetzt findet er sich, weil so viel Aufregung an Herz und Nieren geht, auf dem Operationstisch eines angeregt plaudernden Ärzteteams wieder. Er soll ein neues Herz erhalten, just das seines zur Strecke gebrachten Opfers. Aber ist die Unsterblichkeit mit einem polnischen Puls überhaupt lebenswert? Unser Mann ist sich da keineswegs sicher, auch wenn seine Ärzte beteuern, der Spender sei studierter Germanist gewesen. “Ja Germanistik im Osten bewirkt, daß unsere Straßen ruhiger werden.” Es ist ein wortgewaltiges Sperrfeuer der Stereotypen – Die lebenslustigen, kleinkriminellen polnischen Versager werden auf die hygienebesessenen, autoritätshörigen Erfolgsdeutschen gejagt. Dabei laufen die liebenswert-anarchistischen Macho-Chaoten aus dem Osten den verkniffenen Ordnungsfanatikern aus dem Westen in Sachen Sympathie den Rang ab.

Das Stück “Nacht” beschreibt Europa als große Tragikfarce: “Ja, die Welt ist seltsam geworden. Autos und Brillanten wandern nach Osten. Lungen und Lebern nach Westen. Die Autos sind oft gestohlen, und die Körper wandern bisweilen komplett. Besonders die Körper der Frauen. Frauenkörper werden eher nicht zerlegt. Sie werden als Ganzes geschmuggelt. Was hat man von einer zerschnittenen Frau, selbst wenn sie hübsch zusammengenäht wird?”

 
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